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iTechGeniusAngebotErstgespräch

Praxiswissen3 Min. Lesezeitvon Willi Kellermann

Mail vom Chef: Überweisen Sie heute noch 28.320 Euro?

Kurz gesagt

Eine Mail, in der „der Chef“ die Buchhaltung bittet, heute noch einen Betrag zu überweisen, ist ein typischer Einstieg in CEO-Fraud. Prüfen Sie die vollständige Absenderadresse, nicht nur den Namen, antworten Sie nicht per Mail und lassen Sie jede Zahlung über einen zweiten Weg bestätigen, zum Beispiel per Rückruf unter der bekannten Nummer.

Textkachel von iTechGenius: gefälschte Mail des Chefs an die Buchhaltung mit Bitte um Überweisung von 28.320 Euro, die fremde Absenderadresse ist markiert

Am 14. Oktober 2026 um 5:04 Uhr lag im Postfach unserer Buchhaltung eine Mail von „Willi Kellermann“, dem Inhaber von iTechGenius. Der ganze Text: „Guten Morgen, stehen heute noch Zahlungen aus? Wäre es möglich, heute eine Zahlung in Höhe von 28.320,00 € zu veranlassen? Mit freundlichen Grüßen, Willi Kellermann.“

Am 19. Oktober um 5:10 Uhr kam dieselbe Mail noch einmal, diesmal über 30.320,00 €. Willi Kellermann hat keine der beiden geschrieben.

Woran war die Mail zu erkennen?

Der Anzeigename stimmte. Die Adresse dahinter nicht: Die erste kam von eu@direcitor.de, die zweite von sale@direcitor.de. Mit iTechGenius hat diese Domain nichts zu tun. Wer im Postfach nur den Namen liest, sieht das nicht. In Apple Mail zeigt ein Klick auf den Namen die vollständige Adresse.

Dazu kamen drei weitere Zeichen:

  • Kein Vorgang: keine Rechnung, kein Empfänger, kein Anlass. Nur ein Betrag.
  • Ein Betrag, der zu nichts passt: Es gab keine offene Rechnung über 28.320 oder 30.320 Euro.
  • Druck auf „heute“: beide Mails kurz nach fünf Uhr morgens, beide mit der Bitte um eine Zahlung am selben Tag.

Warum will die erste Mail noch kein Geld?

Sie enthält keine Bankverbindung. Das ist Absicht. Die erste Mail prüft nur, ob jemand antwortet. Wer zurückschreibt „Ja, an wen soll es gehen?“, ist im Gespräch und bekommt im zweiten Schritt eine Kontonummer, oft im Ausland, und einen Grund, warum es diskret und schnell gehen muss.

Die Polizei beschreibt diese Masche als CEO-Fraud: Täter geben sich als Geschäftsführung aus und wenden sich an Beschäftigte, die Überweisungen ausführen dürfen. Die Informationen dafür holen sie sich unter anderem aus dem Handelsregister und von der Website des Unternehmens.

Der Haken

Ein Mailfilter fängt viel ab, aber nicht alles. Eine Mail ohne Link, ohne Anhang und mit zwei Sätzen Text sieht für einen Filter aus wie eine ganz normale Nachricht. Am Ende entscheidet der Mensch, der sie öffnet. Deshalb hilft hier vor allem eine Regel, die jeder im Betrieb kennt.

Bei uns gilt: Keine Zahlung auf Zuruf per Mail. Jede Zahlung wird über einen zweiten Weg bestätigt, per Rückruf unter der bekannten Nummer. Deshalb haben wir auf keine der beiden Mails geantwortet.

Was Sie jetzt tun sollten

  1. Festlegen und allen sagen: Keine Zahlung auf Zuruf per Mail, auch nicht vom Chef.
  2. Jede ungewöhnliche Zahlungsbitte über einen zweiten Weg bestätigen, zum Beispiel per Rückruf unter der bekannten Nummer, nie unter einer Nummer aus der Mail.
  3. Auf verdächtige Mails nicht antworten, sondern sie an die Geschäftsführung weiterleiten.
  4. Ihr Team einmal im Jahr mit echten Beispielen wie diesem schulen.

Wie wir Teams mit Schulungen und Phishing-Simulationen auf solche Mails vorbereiten, steht auf unserer Seite Awareness-Schulungen.

Wenn Sie so eine Mail bekommen und schon gezahlt haben: sofort die eigene Bank anrufen und Anzeige bei der Polizei erstatten.

Häufige Fragen

Was ist CEO-Fraud?

Eine Betrugsmasche, bei der sich Täter per Mail oder Telefon als Geschäftsführung ausgeben und Beschäftigte, die überweisen dürfen, zu einer dringenden Zahlung bewegen.

Woran erkenne ich eine gefälschte Mail vom Chef?

An der vollständigen Absenderadresse, die nicht zur eigenen Firmendomain passt, an einer Zahlungsbitte ohne Rechnung oder Vorgang und an Zeitdruck. In Apple Mail zeigt ein Klick auf den Absendernamen die echte Adresse.

Soll ich auf so eine Mail antworten und nachfragen?

Nein. Eine Antwort per Mail ist genau das, worauf die Täter warten. Fragen Sie über einen zweiten Weg nach, zum Beispiel per Anruf unter der bekannten Nummer.

Was tun, wenn schon überwiesen wurde?

Sofort die eigene Bank anrufen und versuchen, die Zahlung zurückholen zu lassen, und Anzeige bei der Polizei erstatten.

Willi Kellermann · Gründer von iTechGenius

Willi Kellermann betreut mit iTechGenius Agenturen, Praxen und Büros, die mit Apple arbeiten: Einrichtung, Verwaltung, Datensicherung und Sicherheit. In diesem Blog ordnet er ein, was neue Geräte und Systemversionen im Arbeitsalltag bedeuten.

Praxiswissen für Praxen, Kanzleien und Agenturen teilt Willi Kellermann auch auf LinkedIn. Willi Kellermann auf LinkedIn folgen

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